Geschichte


 
 

 

1891 - 1900

 

Bis zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr am 1. und 9.August 1891 bestand in Singhofen nur die Pflichtfeuerwehr, in einer Art Frondienst mussten alle männlichen Bürger ab dem 16. Lebensjahr bei Bränden oder sonstigen Katastrophen zur Stelle sein. Mangelns Fehlens einer straffen Führung sowie eines Übungsplanes ließ die Einsatzkraft dieser Pflichtfeuerwehr sicher viel zu wünschen übrig.

 

Mit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr am 1. und 9. August 1891 sollte sich dies nun dahingehend entscheidend ändern, dass ab nun eine streng geführte promilitärische, nach Statuten geführte Organisation entstand. Wer bei Übungen oder Versammlungen unentschuldigt fehlte, musste für die damaligen Verhältnisse mit drastischen Geldstrafen rechnen.

 

Kriegswirren, Notzeiten, Besatzung, Raub und Plünderung hat unsere niedergeschriebene Chronik glücklich überstanden.

 

Bei der Gründung der Wehr betrug die Mitgliederzahl 33 Aktive. Als Kommandant fungierte Schornsteinfegermeister Johann Jahn, Stellvertreter Philip Maxeiner, Brandmeister war Bürgermeister Friedrich Winter. Schriftführer war der Gastwirt Wilhelm Rau sowie als Kassierer Karl Wilhelm Bingel, Postagent. Steigerführer war Christian Weis, Dachdecker. Rettungsmannschaftsführer Philip Basset und Spritzenmannschaftsführer Christian-Heinrich Bauer. Adjutant Bürgermeister Winter sowie als Hornist Philip-Jakob Schmidt.

 

Zum Beilegen von Streitigkeiten wurde ein Schiedsgericht geschaffen, welches aus vier aktiven Wehrmännern bestand, und zwar Bürgermeister Winter, Heinrich Wilhelmi, Heinrich Arnold und Philip-Jakob Schmidt.

 

Der Monatsbeitrag betrug 20 Pfennige und wurde bei der Monatsversammlung erhoben.

 
Handspritze

Im Jahre 1892 wird von dem ersten Einsatz der Wehr berichtet. Bei einem Brand in der Nachbargemeinde Lollschied bekam man 20 DM Prämie für das frühzeitige Eintreffen der Wehr.

 

1895 folgt der erste Wechsel an oberster Stelle, Wilhelm Bingel wird Kommandant. Im Jahre 1900 tritt dieser wieder zurück und wird von dem Stuckateur Karl Schwarz ins Amt eingeführt.

 

1901 - 1960

 

23.03.1902, erster Preismaskenball der Freiwilligen Feuerwehr Singhofen. Nach Verkauf von Mützen, Orden und Luftschlangen hat man Einnahmen von 52,85 DM dem gegenüber stehen Ausgaben für Mützen usw. 6,93 DM und für eine Fahrt nach Koblenz 1,29 DM. Es verbleiben somit 44,72 DM als Gewinn.

 

Am ersten Osterfeiertag 1903 hält ein Brand bei Schuhmacher Schmidt die Wehr in Atem. Alle beteiligten Feuerwehrmänner erhalten als Belohnung zwei Glas Bier aus der Kasse.

 

Anlässlich eines Manövers in der hiesigen Gegend weilte am 12.Oktober 1905 seine Majestät der Kaiser im Ort. Die Feuerwehr ist für Ruhe und Ordnung während dem Empfang zuständig.

 

1921 beträgt der Mitgliederstand 51 aktive und 11 inaktive Mitglieder.

 

Der dunkle Teil der Deutschen Geschichte machte auch vor der Feuerwehr Singhofen nicht halt, denn Wehrführer Karl Maxeiner vernichtete Protokolle aus den Jahren 1933-1948.

 

So traf man sich am 18.01.1949 im Gasthaus zur Alten Post zu einer Besprechung zwecks Aufrechterhaltung der Wehr. Man geht mit einem neuen Vorstand aus der Sitzung heraus um eine Zukunft der Wehr zu gewährleisten.

 

Am 26.03.1951 übernimmt Willi Friedrich das Amt des Wehrführers. Im Herbst des selben Jahres ereignet sich einer der größten Brände in Singhofen, indem insgesamt drei Scheunen, ein in der Nähe angelagerter Holzschuppen sowie zwei benachbarte Wohnhäuser zerstört wurden.

 

1961 - 1999

 

März 1962 Willi Friedrich legt sein Amt nieder neuer Wehrführer wird Adolf Schmidt welcher schon nach knapp 3 Jahren aus gesundheitlichen Gründen wieder sein Amt abgibt.

 

Am 23.01.1965 wird Günter Hemmelmann einstimmig zum Wehrführer gewählt.

 

1967 rollt das erste Feuerwehrauto durch die Gemeinde, ein Ford-Transit FK 1000.

 

Im Februar 1972 wird das neue Feuerwehrgerätehaus eingeweiht.

 

1973 wird das in Eigenleistung erstellte Löschwasserfass in Dienst gestellt, welches sich bis heute sehr bewährt hat.

 

Am 6. April 1974 legt Günter Hemmelmann aus beruflichen Gründen sein Amt nieder. Einstimmig erhält Alfred Schmidt als neuer Wehrführer das Vertrauen der Mitgliedsversammlung.

 

1982 erhält die Feuerwehr ein zweites Tragkraftspritzenfahrzeug.

 

1983 kommen vier gebrauchte Pressluftatmer und vier neue Reserve-Atemluftflaschen hinzu. Im selben Jahr übernimmt Ulrich Münch als Wehrführer das Kommando.

 

1986 wurde Jürgen Epstein beim Wettbewerb der Einsatzfahrer in Puderbach erster Landessieger. Ein Jahr später erhält die Wehr ihr Rüstfahrzeug VW LT als Mannschaftstransportwagen und bekommt zudem eine Rettungsschere.

 

Unter dem Wehrführer Ulrich Münch wurde das 100 jährige Bestehen am 12. und 13. Oktober 1991 groß gefeiert! In der Mehrzweckhalle Singhofen, unter Mitwirkung des MGV Concordia Singhofen sowie dem Spielmannszug der Feuerwehr Singhofen. Schirmherr war Helmut Klöckner der damalige Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nassau.

 

Im Jahre 1996 übernimmt Dieter Muth die Wehr und führt sie ins neue Jahrtausend.

 

1998 bekommt die Wehr das neueste Fahrzeug den TSF-W im Tausch gegen ein TSF. Sie ist also nun mit 3 Fahrzeugen und dem Löschfass ausgestattet. In den zurückliegenden Jahren wurde auch am Gerätehaus einige Modernisierungen vorgenommen. So wurde eine "Einsatzzentrale" geschaffen um in Ruhe zu funken und zu telefonieren was man vorher in der Fahrzeughalle ausführen musste. Für die Freizeit wurde ein überdachter Grillplatz gestaltet.

 

2000 - 2005

 

Im neuen Jahrtausend angekommen! Gott sei Dank auch gut angekommen. Denn bei diesem ominösen Jahreswechsel sollten einige Kameraden einsatzbereit sein, denn nicht wenige erwarteten den Computer-Supergau. Experten vermuteten Probleme, da viele Leitsysteme nur bis 1999 zählen konnten. Aber wie man heute weiß, kam es nicht dazu.

 

Die Mitgliederzahl beträgt ca. 250 davon sind 45 Mann aktive Wehrleute.

 

Als größere Einsätze zu Anfang des neuen Jahrzehnts bleiben das "Hochwasser" der Mühl- und Dörsbach, der Großbrand eines Reifenhändlers in der Nachbargemeinde Pohl und das Unterstützen der Nassauer Wehr, beim Brand in den Räumen eines Tier-Präparators.

 

Seit 2001 ist die Feuerwehr Singhofen auch im Internet vertreten. Unter der Adresse: www.feuerwehr-singhofen.de . Bis heute hat sich diese Webseite zur Vereinszeitschrift gemausert und gibt Auskunft, sowie informiert über das Geschehen rund um unsere Wehr.

 

Seit 2002 werden auch alle aktiven Kameraden einmal im Monat mit dem "Infoblatt" beglückt. Dies ist eine kopierte DIN A4 Seite, welche aktuelle Termine und Neuigkeiten beinhaltet.

 

In 2004 kam es dann zu einem historischen Ereignis. Eine der beiden Sirenen (Hinterdorf), die unsere Gemeinde beschallten, wurde demontiert und die Einheit wurde mit Funkmeldeempfänger (Piepser) ausgerüstet.

 

Damit wurde zum Einen, dem großen Wachstum des Ortes Rechnung getragen und zum Zweiten lief der Vertrag mit dem Gebäude – Inhaber aus. Dies hätte bedeutet, einen neuen Standort zu suchen und einen aufwendigen Umbau erfordert.

 

Im selben Jahr wurde der Parkplatz vor dem Gerätehaus gepflastert. Unter Aufsicht von Ehrenwehrführer Alfred Schmidt, beteiligten sich alle Kameraden bei dieser Aktion. Zeitgleich wurde auch der Aufenthaltsraum renoviert und mit einer "neu – gebrauchten" Einrichtung ausgestattet.

 

Um die Altersstruktur brauchen wir uns noch keine Sorgen zu machen. In zeitlichen Abständen können wir immer 5-6 Jugendliche bei uns begrüßen. Gute Aussichten für Wehrführer Dieter Muth.

 

2006 - heute

 

Im Jahr 2006 wird alles neu! Wir bekommen gleich 2 neue Fahrzeuge. Nach Abstimmung mit der LFKS Koblenz bekommen wir statt eines Fahrzeug auf LKW-Basis, ein Mittleres Löschfahrzeug (MLF) und einen MTF dazu. Den "Gemeindesäckel" wird es gefreut haben war die Variante mit 2 Fahrzeugen doch billiger als das eine Größere und die Kameraden finden die Lösung, variabler.

 

Dafür wird extra das Gerätehaus auf eigene Kosten verschönert. Die komplette Fassade wird erneuert und bekommt einen neuen Anstrich.

 

Und im heraus geputzten Gerätehaus wird zusammen mit dem Sportverein die Fußball – WM (In Deutschland) auf Leinwand übertragen. Und wie fast überall erleben auch wir das Sommermärchen und eine Nation die wieder sich selbst feiern kann.

 

Danach ist es dann endlich soweit das neue Fahrzeug ein MLF wird in Görlitz abgeholt. Sein erster Einsatz erlebt es direkt an Heimatfest als schnellstens die Bühne im Festzelt repariert werden musste.

 

Ein wahrlich aufregendes Jahr. Haben wir doch nun 4 Fahrzeuge in unseren Hallen und natürlich auch ein Stück weit mehr Verantwortung.

 

Im Jahr 2007 gibt es ein weiteres wichtiges Ereignis für unsere Singhofener Einheit! Ab September übernimmt Gunnar Gramsch das Kommando. Dieter Muth hat aus persönlichen Gründen diesen Wechsel selbst vorbereitet und tritt innerhalb der Wehr nun etwas kürzer! Der neue Wehrführer übernimmt 43 Aktive, 8 Jugendliche und die 40 Spieler des Spielmannszuges!

 

Dieter Muth bleibt weiterhin Leiter des Ausrückebereich 3 (Attenhausen, Lollschied, Pohl, Seelbach und Singhofen) in der VG Nassau.

 

Kurz vor dem geplanten Wehrführerwechsel erhält die Führungsriege der Singhöfer Wehr die inoffizielle Anfrage, ob man es sich vorstellen kann ein TLF 20/40 des Rhein-Lahn-Kreises in Singhofen zu stationieren. Im Jahr 2008, Kreisfeuerwehrinspekteur Gerd Grabitzke intensiviert diese Gedanken und bittet die Singhöfer Kameraden sich ernsthaft mit seinem Anliegen zu beschäftigen. Wehrführer Gunnar Gramsch und sein Vorgänger Dieter Muth, welcher in das Thema mit eingebunden war, suchen direkt das Gespräch mit der Wehrleitung der VG Nassau und deren Verbandsgemeinde Bürgermeister Udo Rau.

 

Ein wichtiger Punkt ist die Unterstellung des Fahrzeuges. In das Gerätehaus an der Erich Kästner Str. passt das TLF wegen seiner großen Abmaße nicht herein.

 

Noch im Jahre 2008 beginnt die Suche nach einer geeigneten Lösung. Gesprochen wird über einen Neubau, welcher aus Kostengründen direkt ausscheidet. Zunächst wird ein Anbau am bestehenden Gerätehaus in der Erich-Kästner-Str. favorisiert. Vorschläge zur Nutzung eines leerstehenden ehemaligen Autohauses sowie eine separate Halle nur für das Kreisfahrzeug gegenüber des Standortes Erich-Kästner-Str. werden sorgfältig geprüft jedoch nicht für geeignet befunden.

 

Aus den Reihen der Kameraden kommt dann der Vorschlag sich die Halle des ehemaligen Bauunternehmers in der Arnsteiner-Str. einmal anzunehmen. Wehrführer Gramsch und sein Stellvertreter Petry nehmen den Kontakt zum VG-BGM Herrn Rau auf. Dieser veranlasst durch ein Planungsbüro eine Prüfung des Objektes. Die Pläne werden konkreter. Die Finanzierung hängt auch an einer großen Beteiligung der Gemeinde Singhofen, welche den Träger der Feuerwehr, die Verbandsgemeinde, großzügig unterstützt.

 

Nachdem die Planungen beendet sind beginnt Mitte 2009 der Umbau der ehemaligen Lagerhalle zum neuen Feuerwehrgerätehaus Singhofen! Mit über 3500 Arbeitsstunden beteiligen sich die Kameraden der Wehr höchst aktiv an den Baumaßnahmen und helfen auch so die Kosten im geplanten Rahmen zu halten. Am 3. Oktober 2010 ist es dann soweit. die offizielle Einweihungsfeier des neuen Gerätehauses in der Arnsteiner-Str. findet statt. Es ist nunmehr neben dem "Feuerwehrschuppen" an der alten Schule auf dem jetzigen Markplatz und dem Gerätehaus an der Erich-Kästner-Str. die 3. Heimat der Einheit Singhofen. Im November des Jahres 2010 folgt dann der neue TLF 20/40. Das Fahrzeug des Landkreises wird in Weisweil bei Freiburg abgeholt und hat doch wirklich auf der Überführungsfahrt seinen ersten Einsatz. Bei Bruchsal auf der BAB 5 brennt ein PKW welcher von den Singhöfer Kameraden abgelöscht wird.

 

 

Fortsetzung folgt...

 

 
 
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